Eiskunstlauf
Historie
Aus der seit erstmals 1134 in dänischen geschichtlichen Aufzeichnungen auftauchenden Ursprungsform des Eislaufes entwickelten sich erst im Verlauf der Jahrhunderte die heute bekannten Eissportarten des Eisschnelllaufs und des Eiskunstlaufs. Letzterer findet seine Entstehung in Großbritannien und verbreitete sich seit 1814 nach Europa und in die USA, nachdem im 18. Jahrhundert die kurvenförmigen Kufen der ersten Schlittschuhe extravagante Drehungen und Sprünge möglich werden ließen. Der Eiskunstlauf wird heutzutage in drei diversen Grundformen veranstaltet, im Einzellauf sowie im Paarlauf und im Synchroneislauf. Als eine der erfolgreichsten deutschen Eiskunstläuferinnen gilt nach wie vor Katarina Witt, die international zahlreiche Medaillen errang. Amtierender deutscher Meister im Jahr 2009 ist bei den Herren Peter Liebers, bei den Damen Annette Dytrt und im Paarlauf Aljona Savchenko und Robin Szolkowy.
Ausrüstung
Eiskunstläufer tragen speziell maßangefertigte und über Knöchel und Waden verstärkte Schnürstiefel, an welche drei bis vier Millimeter breite Stahlkufen angebracht werden. Die Schuhferse ist in der Regel erhöht, um das Gewicht der Tänzer leicht nach vorne zu verlagern und somit eine exaktere Steuerung während des Laufens zu ermöglichen. Auf die Kür (Schrittfolgen und Musikauswahl) abgestimmte, im Detail aufwändig gestaltete Kostüme unterliegen strengen Vorgaben und runden einen perfekten Auftritt optimal ab. Bei Paarläufen sind die Kostüme der Partner optimal aufeinander abgestimmt. Eiskunstläuferinnen tragen in der Regel kurze, flatternde Röcke oder Kleider. Bis zum Jahr 2004 war es Damen im Eiskunstlauf laut des gängigen Reglements nicht gestattet, Hosen zu tragen.
Der Wettkampf
Eiskunstlauf beinhaltet die Zusammenstellung einer ausgeklügelten Choreographie, welche sich verschiedenster vorgegebener Sprung- und Drehelemente bedient. Diese sogenannte Kür wird schließlich unter musikalischer Untermalung vor einer Fachjury aus geschulten Preisrichtern vorgetragen und auf Grundlage des seit 2004 eingeführten ISU-Wertungssystems (engl. Judging System for Figure Skating and Ice Dancing) bewertet. Ein Wettkampf ist in zwei Wettkampfsteile untergliedert, das Kurzprogramm, in welchem fünf vorgeschriebene Elemente gezeigt werden müssen und in die Kür, in der den Teams oder Einzelläufern zwar gewisse gestalterische Freiheiten obliegen, die aber dennoch strikten Regeln untergeordnet sind. Zu den populärsten Eiskunstlaufelementen zählen unter anderem der Dreiersprung, der Rittberger, der Lutz und der Axel. Diese können je nach Schwierigkeitsgrad einfach, doppelt, dreifach oder gar vierfach gesprungen werden. Bekannte Drehungen der Eiskunstlaufszene sind die Biellmann-Pirouette und die sogenannte Todesspirale.