Entwicklung des Schwimm-Sports

Das Schwimmen ist wohl eine der ältesten Sportarten, die der moderne Mensch ausübt. Anfangs stand natürlich nicht der sportliche Gedanke im Vordergrund, oder der Gedanke, auf der Körperfettwage bald nur mehr eine einstellige Zahl zu sehen, sondern rein praktische Erwägungen. Wer etwa in der Steinzeit ins Wasser fiel, der war gut beraten, schwimmen zu können, um zu überleben. Auch für die Überwindung von Flüssen, Seen oder Meeresengen musste schon der frühzeitliche Mensch zumindest eine Schwimmtechnik beherrschen.

 

Die Entwicklung lief allerdings weltweit unterschiedlich, so gibt es heute noch viele Naturvölker, die nicht schwimmen können und sich aus verschiedensten Gründen vom Wasser fernhalten, seien es religiöse Gründe, oder Aberglauben. Andere Naturvölker scheinen hingegen die geborenen Schwimmer zu sein, so etwa die Indianer - diese hatten auch ziemlich rabiate Methoden, um ihren Kindern das Schwimmen beizubringen - das Kind wurde einfach vom Vater in den See oder Fluss geschmissen und musste zusehen, dass es nicht unterging.

Entwicklung in Europa

In Europa mieden die Menschen in der Steinzeit eher das Wasser. Die Körperpflege erfolgte mit Sand, Wasser kannten die steinzeitlichen Europäer großteils nur als Getränk. Bei den alten Römern hingegen nahm das Wasser nicht nur als Getränk eine zentrale Stellung ein, was die zahlreichen Aquädukte und Badehäuser aus der antiken römischen Zeit belegen. Die Körperpflege fand im Badehaus statt, die meisten Römer der höheren Schichten konnten auch schwimmen. Ob es im alten Rom allerdings schon sportliche Wettkämpfe im Schwimmen gegeben hat, ist nicht überliefert.

Auch im Mittelalter nutzten die Menschen das Wasser zur Körperpflege. Entgegen der früher herrschenden Auffassung badeten die mittalterlichen Menschen des öfteren um sich zu reinigen. Von angehenden Rittern wurde in vielen Orten Europas verlangt, dass sie neben reiten und kämpfen auch schwimmen konnten. Das Schwimmen sollte die jungen Knappen körperlich stärken und für das anstrengende Leben als Rittersmann fit machen. Erst in der Neuzeit galt Wasser wieder als unrein, die Menschen wuschen sich so gut wie nie mit Wasser, ab und an wurde etwas Sand oder ähnliches Material zur Körperpflege verwendet.

Schwimmen als moderner Sport

Doch obwohl der neuzeitliche Mensch das Wasser als Mittel zur Körperpflege verabscheute, war der Schwimmsport schon populär, so erschien bereits im Jahre 1696 ein Buch über die Kunst des Schwimmens, im Jahr 1798 schrieb Johann Christoph Friedrich Guthmuths (gilt als einer der Begründer des Turnsports) ebenfalls ein Buch über die Kunst des Schwimmens. Der moderne Schwimmsport, den wir heute kennen, entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Großbritannien und hier vor allem in London. In den Hallenbädern des britischen Empires blühte der Schwimmsport auf, es wurden erste einheitliche Regeln für sportliche Wettkämpfe und die verschiedenen Schwimmstile entwickelt.

Anfangs war das Brustschwimmen die einzige Variante, für die es festgelegte Regeln gab, dies blieb bis in die Mitte der 1950er Jahre so. Die Technik des „Kraulens“ wurde von den Ureinwohnern der Salomonen übernommen. Die Technik wurde, zurückgehend auf den Australier Richard Cavill, als "australischer Crawl" bezeichnet, woraus sich später der deutsche Ausdruck es Kraulens entwickeln sollte. Bei den ersten olympischen Spielen der Neuzeit im Jahre 1896 war Schwimmen schon eine der offiziellen Sportarten. Die ersten, weltweit einheitlichen, Schwimmweltmeisterschaften finden jährlich seit dem Jahr 1973 statt.

Schwimmen für den Hobbysportler

Heute ist der Schwimmsport für viele Menschen ein idealer Ausgleich zu Beruf oder Ausbildung. Schwimmen gilt als eine der gesündesten Sportarten, es trainiert eine Vielzahl von Muskelgruppen und ist außerdem gelenkschonend, da der Körper im Wasser gegen so gut wie keinen Widerstand ankämpfen muss.

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