Surfen
Die Ursprünge des Surfens liegen in Polynesien. Dort wurden Höhlenmalereien mit Surfmotiven entdeckt, die ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Polynesier hatten hervorragende Seefahrerkenntnisse und besiedelten nahezu alle Inseln im Südseeraum, unter anderem auch die Inselgruppe Hawaii. Dort erlebte das Surfen auch seine erste Blüte. Geschah dies anfangs noch ohne Hilfsmittel, die Wellen wurden also nur mit dem eigenen Körper abgeglitten, bediente man sich alsbald technischer Unterstützungen wie Brettern, Rindenstücken oder Strohbündel. Das Surfen wurde zum festen Bestandeil der Südseekultur sowohl in freizeitlicher als auch in ritueller Hinsicht. Quer durch alle Bevölkerungsschichten wurde gesurft (bishin zu den Königen).
Mit der Endeckung des Archipels durch die Europäer (James Cook entdeckte 1778 Hawaii) und der damit verbundenen Kolonialisierung und Zwangsmissionierung änderte sich dies zum Leidwesen der Bewohner. Die gesamte Kultur mitsamt ihren Bräuchen wurde fortan unterdrückt, die europäische Kirchenmoral als Leitbild vorgegeben. Damit verschwand auch zunächst das Surfen, da es als unnütz schlichtweg untersagt wurde. Dem Einheimischen Duke Kahanamoku ist es zu verdanken, dass die Sportart zu Beginn des letzten Jahrhunderts erfolgreich wiederbelebt wurde und einen bis heute ungebrochenen Zulauf hat. Als herausragender Surfer und Olympiasieger im Schwimmen bereiste er nahezu den gesamten Globus und führte sein Können auf dem Brett vor. Vor allem in Kalifornien, Australien und Neuseeland fanden sich viele begeisterte Surfanhänger.
Experimentierten die Surfer anfangs noch mit relativ großen und schweren Brettern aus Hartholz, war Balsaholz als Material schon eine kleine Revolution. Die Surfbretter waren leichter, gut in Form zu bringen und es gelangen ganz neue Fahrmanöver. Nachteilig erwies sich jedoch die geringe Haltbarkeit. Ein regelrechter Quantensprung war daher das Aufkommen moderner Faserverbundwerkstoffe wie GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) und Polyesterharzen. Von da an waren der Formenvielfalt und Größe keine Grenze mehr gesetzt. Die Kerne der Bretter bestehen teilweise immer noch aus Balsaholz, werden aber zunehmend von Styropor abgelöst. Die moderne Szene gliedert sich in zwei Lager.
Auf der einen Seite stehen die "traditionellen" Surfer, bei denen das Erlebnis und die Naturgewalten im Vordergrund stehen. Demgegenüber stehen die sich im Zuge ständig zunehmender Kommerzialisierung herausgebildeten Profis und Wettkampfsurfer. Diese ziehen in einem "Surfzirkus" um die ganze Welt und messen sich bei den jeweiligen Surfcontests. Aus dem Surfen haben sich viele heute bekannte Trendsportarten entwickelt wie das Windsurfen, Wakeboarden oder Kitesurfen.