Voltigieren
Das Voltigieren hatte den Ursprung im militärischen Bereich. Es wurde in der Kavallerie praktiziert, das Gleichgewicht und die Beweglichkeit der Soldaten auf dem Pferd zu trainieren. Erst in der Renaissance wurde es als eine der eleganteren Sportarten betrachtet und von da an auch weiter perfektioniert. Heutzutage wird es bis zur Professionalität ausgeübt, damit man auf Turnieren sein können unter Beweis stellen kann.
Die Sportart ist so Aufgebaut, dass ein so genannter Longenführer anwesend ist, der das Pferd an einer gespannten Leine im Kreis, in Fachkreisen auch Voltgierzirkel genannt, führt. Die Gangart des Tieres sind Galopp, Trapp oder Schritt. Damit man sicherer das Gleichgewicht hält, gibt es zwei Haltegriffe, eine Mittel- und zwei Fußschlaufen am Voltigiergurt, der hinter dem Widerrist des Pferdes angebracht sind. Ferner dient dazu noch eine Voltigierdecke, die aber auch den Pferderücken entlasten soll. Der Voltigeur steigt als erstes im Lauf auf das Pferd auf. Ist diese erste Hürde überwunden, geht es ans eigentliche voltigieren. Das besteht daraus, möglichst kunstvolle und elegante Kunststücke und Turnübungen auszuführen, die je nach Gangart schwerer werden. Die Anzahl der Personen auf dem Pferd kann variieren, doch ist meistens auf drei beschränkt.
Die deutschen waren in der Geschichte des Voltigierens sehr erfolgreich und gewannen bisher dominierend die EM, erstmals 1984, und die WM, erstmals 1986. Auffallend ist, dass einige deutsche Größen mehrmals hintereinander gewonnen haben, bevor sie den Siegertitel an einem Nachfolger weitergaben, der genau das Gleiche tat. Bei den Damen sind Silke Bernhard , Tanja Benedetto und Nadia Zülow solche Wegbereiter. Bei den Herren ist es nicht so kontinuierlich, jedoch gehen Dietmar Otto, Christoph Lensing und Kai Vorberg aus der Siegerliste dominant hervor. Somit sind Nadia Zülow und Christoph Lensing, welche dreimal Welt- und Europameister wurden, an der Spitze dieser Sportart. Als Mannschaft haben die Deutschen in der Vergangenheit lediglich mit den Schweizern um den Sieg konkurriert, bleiben jedoch mit 16 Titeln die erfolgreichste Voltigiermannschaft.